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Papas Mädchen PDF Print E-mail
2008-07-18
Was macht das Band zwischen Vater und Tochter so speziell?
Wir haben vier bekannte Mädchen gebeten, ihr Verhältnis zu ihrem ebenfalls berühmten Vätern zu beschreiben.

Verwirrte Seelenverwandte

Tomine Harket (15) ist das jüngste Kind, das Morten Harket (48 ) mit seiner Exfrau Camilla Malmquist hat. Zwischendurch sah sie ihren Vater in den Medien fast genauso oft wie im richtigen Leben. Trotzdem hat sie gewählt, den Fußstapfen ihres Vaters als Künstler zu folgen. Auf der Bühne sind beide konzentriert, im Übrigen ist es ziemlich wirr.

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Elle: Was für eine Art Vater ist Morten?

Tomine: Wir werden sehen ….
Morten: Du musst keine Rücksicht auf mich nehmen, auch wenn ich hier sitze und zuhöre.
Tomine: Nein. Lass mich nachdenken ….. Er ist ein guter Vater. Selbst wenn er sehr beschäftigt ist, versucht er immer, Zeit für uns zu finden. Und alle Ferien sind der Familie vorbehalten. Papa ist engagiert und anwesend, wenn wir zusammen sind. Und er ist SEHR philsophisch. Das ist immer etwas, das ich lernen soll, unter anderem macht er mir die Hölle heiß, wenn ich verwirrt bin.
Morten: Ja, das ist etwas, was ich ständig aufnehmen muss, weil ich mich darin so gut wieder erkenne.

Elle: Habt ihr viele Gemeinsamkeiten?

Morten: Du gleichst mir genau hier, Tomine. Ich war auch unglaublich abwesend als ich zur Schule ging. Hatten meine Gedanken erst begonnen zu wandern, etwas, was sie ständig gemacht haben, habe ich es nicht geschafft, mich wieder einzuholen, da war der Schulbus weg. Auch Tomine befindet sich oft in ihrer eigenen Welt. Gleichzeitig muss ich sagen, dass sie immer da ist, wenn es darum geht: Tomine ist auf dem Niveau eines Profis, wenn es darum geht, auf der Bühne zu stehen. Da ist sie richtig dabei und im Zentrum der Begebenheiten.
Tomine: Wir sind beide stur und wissen genau, was wir wollen. Deswegen diskutieren wir auch viel. Alle Themen, über die wir reden, werden auf die eine oder andere Art zu einer Diskussion. Aber wir streiten nie.

Elle: Was sind die größten Unterschiede zwischen euch beiden?

Tomine: Ich rede, bevor ich denke, während er redet während er denkt. Das ist der Grund, warum es manchmal langweilig wird, ihm zuzuhören, hehe
Morten: Ja, das Summen meiner Stimme schickt sie direkt in einen Schlafmodus. Heutzutage schaffe ich es übrigens nicht, einen ganzen Song fertig zu spielen bevor meine Freundin Inez eingeschlafen ist. Und das ist nicht deswegen, weil die Lieder speziell lange oder einschläfernd sind.
Tomine: Hä? Du Armer, nicht wahr? Autsch.

Elle: Was für eine Art Tochter ist Tomine?

Morten: Sie ist nett und fürsorglich. Erstaunlich genug eigentlich, weil die Kultur zwischen ihr und ihren Brüdern sich immer darum gedreht hat, andere Eigenschaften als Güte dem anderen gegenüber zu entwickeln. Zwischen ihnen herrscht die totale Abwesenheit von Umsicht. Gegenüber anderen dagegen, machen sie gute Dinge.

Elle: Was ist das Wichtigste, was du von Morten gelernt hast?

Tomine: Ich finde das schwierig, konkret zu beantworten, weil ich ja von allem lerne, sowohl, von dem, was Mama macht als auch von dem, was Papa macht, und wie sie sich dem anderen gegenüber verhalten. Das ist ja das, was mich zu dem gemacht hat, was ich bin.

Elle: Was hat Tomine dich gelehrt?

Morten: Tomine erinnert mich ständig daran, woher ich komme und dass ich ab und zu einen Blick auf das werfen sollte, was ich angenommen habe und sich etabliert hat seit der Zeit als ich in ihrem Alter war. Weil was hilft es, was ich zu sagen habe, wenn ich die Menschen nicht erreichen kann, durch die Art, wie ich es übermittle?

Elle: Magst du Jungs, die deinem Vater gleichen?

Tomine: Äääääh, glaube ich nicht. Wenn ich einen Jungen mag, denke ich nicht gleich: „Oh, er sieht so aus wie Papa!“. Aber ich mag den Stil, den er in den 80ern hatte, das muss ich einräumen. Mit den Löchern in den Jeans, Lederjacke und hohen Haaren.

Elle: Hast du Tomine während des Aufwachsens genug gesehen?

Morten: Ich selbst meine, dass ich nicht zu wenig mit ihr zusammen war, aber ich hätte mir trotzdem mehr gewünscht. Ich denke, dass die, die mich wirklich kennen, auch meinen Grad von Anwesenheit gegenüber den Kindern kennen.

Elle: Hast du deinen Vater sehr vermisst?

Tomine: Ja, das habe ich. Ich glaube schon, dass ich ihn zu wenig gesehen habe. Aber wir haben viel am Telefon miteinander gesprochen, wenn er auf Reisen war, und das half ein bisschen. Ich vermisse Papa immer noch sehr. Wenn ich ihn im Fernsehen sehe und ihn selbst eine Weile nicht gesehen habe, beginne ich z.B. zu weinen. Früher musste man nur das Wort „Papa“ zu mir sagen und die Tränen sind gelaufen, denn ich weiß, dass er wirklich versucht, uns zu sehen – das ist nur nicht so leicht, das Künstlerleben mit der Paparolle zu kombinieren.

Morten: Einige werden sich fragen, warum ich trotzdem Lust habe, als Künstler weiter zu arbeiten? Für mich geht es darum, dass ich das als bedeutungsvoll erlebe, mich in einem Möglichkeitsbereich zu befinden, wo ich im Dialog mit der Gesellschaft stehen kann – in erweitertem Sinn. Ich habe in einer Art einen Redeposten, eine Kommunikationsposition. Heute ist es ja so, dass wir auf viele Arten hören, und auf vielen Niveaus. Einige hören Geräusche und das Nebelgespräch, das ich von mir gebe, aber die eigentliche Kommunikation, die ich führe, geht im Stillen vor sich.


 

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